Kultur in Natur: Schlierschied
Ein Dorf im Hunsrück, 1590 – heute.
Verborgen im Südhang am Lützelsoon liegt Schlierschied. Von der B 421 zwischen Dickenschied und Gemünden aus kann man aus der Ferne die Fabrikhalle am Ortseingang sowie den Kirchturm sehen, das Dorf selbst, versteckt im hügeligen Gelände, ist bestenfalls zu erahnen. Ein paar Kilometer weiter auf der Strecke, vom Simmerbach aus, zeigt Schlierschied sich nicht. Im Süden versteckt der Soonwald den Ort.
Nur wer sich von der L 239 zwischen Woppenroth und Schneppenbach her nähert, sieht Schlierschied, erkennt beim Näherkommen allerdings außer Baufahrzeugen am Ortseingang nichts Besonderes. Um Schlierschied wahrzunehmen, darf man nicht auf der Hauptstraße stehen bleiben. Fantasie und Harmonie zwischen Natur, Kunst und Kultur präsentieren sich abseits, in der „Struht“ und in Nischen. Abseits erlebt man ein natürlich so gewachsenes Dorfbild, das Stolz und Selbstbewusstsein ausstrahlt. Beim legendären „Schlierschieder Kunstmarkt“ verwandeln tausende Besucher die Straßen, Gärten, Scheunen und Höfe plötzlich in ein lebendiges, heiteres Ereignis. Dass dieser Ort unter dem Phosphor-Beschuss im März 1945 schlimmer zu leiden hatte als jedes andere Dorf im Hunsrück – gehört zu den weiteren, den historischen Besonderheiten.